2025-09-15

Da wo das Koks gemacht wurde

Also wir sprechen hier über das schwarze Koks, nicht das weiße Koks! D.h. wir waren heute in der UNESCO Kulturerbestätte Industriekomplex Zeche Zollverein.


Und dort haben wir uns im Rahmen einer zweistündigen Führung die Kokerei Zollverein erklären lassen.


Als die Kokerei voll ausgebaut war, galt sie als die größte und modernste Kokerei Europas und konnte täglich bis zu 8000 Tonnen Koks produzieren. Zuerst ging es auf das Dach der Mischanlage, von dem man einen sehr guten Blick auf die gesamte Anlage hatte.


Die auf dem Bild zu sehenden Solarapanele, sowie die runde Struktur (Überreste eine Riesenrades) gehören nicht zur ursprünglichen Anlage und wurden erst später ergänzt. Die Reste des Riesenrades sollen aber noch in diesem Jahr vollständig zurückgebaut werden. 

Durch die Führung erhalten wir Zutritt zu Bereichen, die ohne Führung nicht zugänglich sind. So zum Beispiel in das Innere eines der großen Schlote, oder ein Gang durch das Innere der eigentlichen Koks-Öfen.



Und bei allen Stationen bekommen wir am ehemaligen Ort des Geschehens die Arbeitsschritte erklärt, die bei der Produktion von Koks erforderlich sind.





Nach einer sehr informativen und spannenden Führung, gehen wir über das riesige Gelände zurück zum Besucherzentrum.


Dort gönnen wir uns eine kleine Stärkung, bevor wir uns auf die Reise nach Hause begeben. Erst per Rolltreppe.


Den Rest der Strecke aber gewohnt per ÖPNV.


Fazit für heute: da müssen wir wohl nochmal herkommen, um uns auch noch die andere große Führung und die verschiedenen Dauerausstellungen anzusehen. Ebenfalls noch auf dem Gelände und ebenfalls noch nicht von uns besucht: Das Red Dot Design Museum im ehemaligen Kesselhaus.


2025-09-14

Wo die Zeit konserviert wird

Zum heutigen Tag des offenen Denkmals unternehmen wir eine ganz besondere Zeitreise. Wir fahren zum Schiffshebewerk in Henrichenburg.

1899 wurde es eingeweiht und war bis 1969 in Betrieb.

Aber nicht nur das Hebewerk ist historisch, heute wird das Areal auch zum Steampunk-Event.

Dadurch wird der Tag wesentlich phantastischer als das Bauwerk selbst schon anmutet.

Mit viel Liebe zum Detail wird hier eine Welt erschaffen, die sich durchaus so hätte abspielen können.

Dazu gehört auch das fiktive Amt für Aetherangelegenheiten, das bspw. Zeitreisepässe ausstellt.

Neben dem Hebewerk selbst können hier auch Schiffe und das alte Hafengelände bestaunt werden.

Auf einem historischen Dampfschiff kann sogar eine kleine Rundfahrt mitgemacht werden.



Dabei ist alles begehbar und sogar mit Funktionsmodellen und Schautafeln ausführlich erläutert.


2025-09-13

Da wo die Zeit hergestellt wird

Dort wo in Deutschland die Zeit hergestellt wird, da werden auch noch andere Einheiten hergestellt. Und dort waren wir heute zu Besuch. Nämlich in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Die hatten heute nämlich ihren Tag der offenen Türe.


Und wie die Zeit gemacht wird, das haben wir uns auch als Erstes erklären lassen. Denn die einheitliche Zeit in Deutschland, die gibt es erst seit 1893 durch die Einführung durch das Gesetz, betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung. Inzwischen fortgeführt im Einheiten- und Zeitgesetz.


Und die Bahnen waren ihrer Zeit voraus, denn dort wurde bereits 1890 eine gemeinsame Betriebszeit eingeführt. Das hat zumindest dazu geführt, dass man nicht mehr fünf Mal die Uhr stellen musste, nur weil man den Bodensee mit dem Zug umrunden wollte. In den Laboren sehen wir dann nicht nur live die beiden Caesium-Fontänenuhren CSF1 und CSF2, sondern auch die älteren Uhren CS1 und CS2.




Die sehen jetzt vielleicht nicht so besonders aus, aber hier zählen ja auch eher die inneren Werte. Und das ist hier die Ganggenauigkeit der Uhren. Und dafür zitiere ich mal von der Website des PTB:

Mit 67% Wahrscheinlichkeit weichen die mit ihnen erzeugten Sekunden um weniger als ±2·10‑16 s von idealen SI-Sekunden ab. Das heißt, dass die Fontänenuhren von einer idealen Uhr nur um 20 Pikosekunden pro Tag abweichen können oder, anders ausgedrückt, um eine Sekunde in 130 Millionen Jahren. Die primären Atomuhren  CS1 und CS2 mit thermischem Atomstrahl waren lange Jahre bis in die 90er Jahre die weltweit genauesten Uhren und weisen eine Ganggenauigkeit von etwa einer Sekunde in 3 Millionen Jahren auf. 😍

Aber die Zeit wird hier nicht nur gemacht, sondern auch verteilt.

Unter anderem auch über den DCF77-Sender, der in der Nähe von Frankfurt steht. Ähnlich wie bei den Atomuhren stehen Ansprechpersonen bereit, die geduldig auf die gestellten Fragen antworten.

Als wir genug Zeit mit der Zeit verbracht haben, sehen wir uns an, wie heute das Kilogramm gemacht wird. Es ist seit 2019 nicht mehr über das Ur-Kilogramm definiert, von dem wir aber zumindest noch die Kopie des Nationalen Kilogrammprototyps Nr. 52 sehen.

Inzwischen werden zwei Methoden verwendet, um das Kilogramm zu bestimmen. Die PTB ist eines von zwei Instituten auf der Welt, in der die XRCD-Methode verwendet wird. Und auch hier sehen wir zumindest die "billlige Kopie" (d.h. ca. 10 Tsd. €) des Millionen-€ teuren Originals.

Als nächstes werfen wir einen Blick in zwei Labore, an denen daran gearbeitet wird, noch genauere Uhren zu entwickeln.

Der Weg führt uns anschließend weiter zu MOPAS.

Auch sehen wir eindrucksvolle Großverzahnungsnormale und die noch eindrucksvollere dazugehörige Messeinrichtung.



Weiter geht es mit einem Bereich, der sich mit der Quantenkryptografie beschäftigt.

Einblicke in einen weiteren Bereich, welcher sich mit Photovoltaik beschäftigt, runden unsere Eindrücke vom PTB dann schließlich noch ab.


Bevor wir uns versahen, waren wir fast sechs Stunden auf dem Gelände und hatten doch nur an der Oberfläche gekratzt. Wer auch immer das liest (sowie ein gesundes Interesse an der Physik hat) und mal die Chance hat, einen Tag der offenen Türe im PTB in Braunschweig zu erleben, dem sei dringend angeraten, die Möglichkeit zu nutzen. So etwas sieht man wirklich nicht alle Tage 😍

2025-09-12

Ein Tag in Berlin

Berlin ist ja immer wieder auch eine kurze Reise wert. In einen Tag passt dabei schon einiges rein.

Zum Beispiel eine spannende Ausstellung in einem der unzähligen Museen.

Wie immer Geschichte zum Anfassen bei einem Spaziergang in Mitte.

Überall originelle Szenen.

Und nicht zuletzt tolle Konzertlocations.

2025-09-11

In die Berge und zu den Kühen

Gestern ging es soweit südlich wie schon länger nicht mehr auf unserer Reise.


Die Strecke über München wurde gewählt, weil um Immenstadt herum gerade Schienenersatzverkehr angesagt ist.

Die Berge zeigen sich wie immer von ihrer besten Seite.

So drehen wir dann erstmal eine Runde durchs Tal.

Und auch der Ort ist vorbereitet auf das große Ereignis: Den Viehscheid!

Bevor die Kühe von den Alpen kommen, erfolgt eine Stärkung mit Weißwurst, Breze und einem Bier.


Leider hat dieses Jahr nur eine Alpe ein Kranzrind (keine Verletzungen, Unfälle oder Todesfälle bei den Tieren und den Hirten).