2025-07-09

Auf den Spuren des Salzes

Bad Reichenhall blickt auf eine über viertausendjährige Siedlungsgeschichte zurück, die eng mit der Gewinnung von Salz aus Sole verknüpft ist. Funde im Reichenhaller Raum deuten darauf hin, dass bereits während der Glockenbecherkultur (2600 bis 2300 v. Chr.) eine feste Siedlung und weitverzweigte Handelswege vorhanden waren. Die Sole, die früher in der alten Saline gefördert wurde, hatte einen Salzgehalt von bis zu 26 g/l (das entspricht der natürlichen Sättigung; mehr geht also nicht). Durch Eindampfen an der Sonne (Evaporation) oder Sieden der Sole wird dann das Kochsalz gewonnen. Und in Deutschland hat das Bad Reichenhaller Salz einen Marktanteil von über 50 % (behauptet zumindest die Wikipedia-Seite von Bad Reichenhall).

Wir starten unsere Erkundungen in Sachen Salz am Gradierhaus im Kurpark und lernen dort, dass die Anlage ursprünglich gar nicht als Kuranlage dort gebaut wurde, sondern der Qualitätsverbesserung des Salzes diente. Ab 1846 nutzten die Kurgäste des Bades Achselmannstein die benachbarten Gradierwerke als Freiluftinhalatorium, weil dort die salzhaltige Luft eingeatmet werden konnte.



Anschließend geht es durch den (ziemlich deutschen) Kurpark zur alten Saline.



Diese gilt heute als Industriedenkmal von europäischem Rang, die Salzproduktion jedoch wurde ab September 1926 in die Neue Saline verlagert.


Wir steigen mit einer Führung hinab in die Saline und lassen uns unter anderem erklären, woher die Stadt ihren Namen hat. An der ehemals salzhaltigsten Quelle ist das folgende Emblem angebracht. 
 

Laut unserer Fremdenführerin steht das Hall für Salz. Die Stadt Reichenhall ist also reich an Salz. Wieder zurück an der Oberfläche, wenden wir unseren Blick Richtung Predigtstuhl, nur um zusehen, dass es zwischenzeitlich nicht wirklich aufgeklart hat.


Wir verwerfen also unseren ursprünglichen Plan, mit der Predigtstuhlbahn zu fahren. Die Bahn ist eine denkmalgeschützte Luftseilbahn auf den Predigtstuhl. Sie nahm 1928 den Betrieb auf und ist damit die älteste im Original erhaltene Großkabinenseilbahn der Welt. Angeblich wird sie zu den weltweit zehn spektakulärsten Seilbahnen gezählt. Wir steigen dagegen in die normale Bahn und fahren nach Berchtesgaden, um einen Blick auf den Watzmann zu werfen.


Der versteckt sich zwar auch in den Wolken, trotzdem ist er wenigstens ein bisschen zu sehen. Wir schlendern ein bisschen durch den Ort und sehen noch etwas Steinsalz im Souvenirshop, welches zumindest früher in dieser Form auch in Berchtesgaden aus dem Berg geholt wurde.





 



2025-07-08

Einen Aufstand der Weber..

… gab es  auch in Augsburg.

Das war aber noch vor der Industrialisierung der Spinnereien und Webereien, die sich ab der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Stadt ausbreiteten. 


Darüber lernen wir heute so einiges: 

Zum vielschrittigen Produktionsprozess von den Rohstoffen zum Garn, über die Evolution der Maschinen, die zwischendurch mittels Lochkarten gesteuert wurden, bis hin zu Drucktechniken und Industriespionage.

Außerdem bewundert Fotografix eine riesige Kamera!

Das Textilgewerbe als einst größter Arbeitgeber der Stadt ist jedoch inzwischen nicht mehr relevant, die letzten textilproduzierenden Werke in Augsburg sind bis 2026 in der Abwicklung. 

Und auch wir ziehen weiter durch eine heftige Gewitterwolke….

2025-07-07

Eine der ältesten bestehenden Sozialsiedlungen der Welt...

...steht heute auf dem Programm. Denn wir sind heute in Augsburg unterwegs. Die Reihenhaussiedlung stiftete Jakob Fugger „der Reiche“ im Jahr 1521. Seit über 500 Jahren trägt sich die Stiftung selbst (im wesentlichen durch die Bewirtschaftung von Wäldern). Das nenne ich mal nachhaltig!
Heute wohnen in den 140 Wohnungen der 67 Häuser 150 bedürftige katholische Augsburger Bürger für eine Jahres(kalt)miete von 0,88 Euro.
In zwei der Häusern ist heute ein Museum eingerichtet. In den Räumen kann man nachvollziehen, wie die Menschen damals und heute in der Siedlung lebten. Wollte man eine ähnliche große Siedlung für das heutige Augsburg neu errichten, so müsste man Wohnraum für ca. 3.000 bedürtfige Menschen schaffen.

Was Augsburg auch zu bieten hat, ist ein Wassermanagement-System, welches gleichzeitig auch Weltkulturerbe ist. Und wer gerade nicht in der Stadt ist, der kann sich Teile davon auch ganz einfach virtuell ansehen:
Wassertürme am roten Tor

Wir sehen zumindest einige der Lechkanäle, welche ebenfalls zum Weltkulturerbe zählen.


Zirbelnuss-Kanal-Brücke

Auch statten wir dem Dom noch einen kleinen Besuch ab. Der Hohe Dom Mariä Heimsuchung zu Augsburg, kurz Augsburger Dom, ist die Kathedrale des Bistums Augsburg und Stadtpfarrkirche der Dompfarrei Zum Heiligsten Herzen Jesu.






Danach bekommen wir eine kleine Stärkung am  Rathausplatz.



Hier haben wir einen guten Blick auf das Augsburger Rathaus, diesmal im Original und nicht nur dem Nachbau aus Lego 😉 




2025-07-06

Deutschland en miniature 


Inspirationen für weitere Reiseziele holen wir uns heute im LEGOLAND. 



Aus Frankfurt kommen wir ja gerade, aber Hamburg und Berlin sehen wir diesen Sommer sicherlich noch.

Sehr interessant: Die Lego-Fabrik, in der wir die Herstellung der Steine verfolgen können und hinterher in einem riesigen Lego-Supermarkt kaufen.



Aus Granulat wird ein Stein

Natürlich gibt’s auch Achterbahnen, da nehmen wir eine altersgerechte ohne Loopings, dafür zum Selbertreten.

Nach einer Stärkung im T-Rex gesicherten Restaurant geht’s dann noch ins meditative Atlantis.


Und dann heißt es wieder ab in den Zug und nächster Halt - Augsburg. 


2025-07-05

Erster Halt: Günzburg

Da es ja vollkommen beliebig ist, wo in Deutschland wir starten,  beginnt unsere Reise in Günzburg.



An einem Nachmittag sehen wir alles, was diese große Kreisstadt zu bieten hat: Den Marktplatz, das Schloss (heute Rathaus), die Frauenkirche, das Brentano-Palais, diverse Stadttore….



… irgendwie unheimliche Skulpturen….


….und zumindest von außen die Küchle Backoblaten-Fabrik.


Was gibt es hier sonst noch Wichtiges? Die Mündung der Günz in die Donau.


Sowie aufgrund der restriktiven bayerischen Ladenöffnungszeiten Automatenshops, in denen es saisonal auch frisches Grillgut gibt.


Und natürlich die direkte Busverbindung zum LEGOLAND!


-8 :-O

Das ist mir ja auch noch nicht oft passiert, dass ich mit -8 in den Bahnhof fahre... Ist aber leider noch nicht unser heutiges Ziel.



Es geht richtig los...

 Bis bald Frankfurt/M. *wink*