2025-08-06

Marburg, die zweite

Nach Marburg kann man auch öfter fahren.  Nachdem wir uns beim letzten Besuch das Schloss und die Oberstadt angeschaut haben, in der zu Zeiten der Gebrüder Grimm Bürger und Studenten wohnten, ging es heute in die Unterstadt.

Diese war ab Ende des 19. Jahrhunderts beliebter als die mittelalterlichen Fachwerkbauten der Oberstadt. Das kann man auch heute noch gut nachvollziehen, insbesondere beim Spaziergang entlang der Lahn mit Blick auf Häuser mit Zugang zum Wasser.

Wer mag, kann hier auch selbst Boot fahren.

Allerdings streiten sich die Marburger seit längerem schon um dieses Idyll, insbesondere um die Sanierung des „Grüner Wehr“.

Der Alte botanische Garten hingegen lockt mit noch mehr Ruhe. Fast scheint es, als wandelte man durch einen englischen Roman. Und auch wir halten Ausschau nach magischen Pflanzen.

2025-08-05

Kunst in Köln

Eigentlich geplant war ein Besuch der Chagall-Ausstellung in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf. Mit dem Sprinter wäre man theoretisch in 90 Minuten dort.

Nicht so schnell geht es allerdings, wenn die Hochgeschwindigkeitsstrecke gesperrt wird.

In diesem Fall heißt es: linksrheinisch ausweichen. Und 90 Minuten mehr einplanen. Dafür gibt's die hübschere Strecke, die man am besten mit einem Heißgetränk genießt.



Wenn dann jedoch im Großraum Köln eine technische Störung im Stellwerk dazu kommt, werden aus 90 Minuten Verspätung am Ende über 180 Minuten zusätzliche Fahrzeit. Und der Zug endet in Köln.

Da hilft dann nur Spontanität: Köln ist immer eine Reise wert und hat ebenfalls Kunst zu bieten.

Zum Beispiel den schwebenden Engel von Ernst Barlach mit seiner bewegenden und bewegten Geschichte.

Gleich neben dem Dom bietet das Museum Ludwig auch immer schöne Highlights der Kunstgeschichte.


Ein Besuch bei der Maus rundet den Ausflug ab.

Zurück geht’s dann doch mit fast 300 km/h.

2025-08-03

Der Kampf im Bild

Der Kulturspeicher in Würzburg zeigt nur noch heute eine Ausstellung zum deutschen Bauernkrieg.

Da wir uns schon gestern mit großen Kriegen der deutschen Geschichte auseinandergesetzt haben, fahren wir hier schnell mal vorbei.

Die Ausstellung zeigt Beispiele für die unterschiedliche Rezeption dieses Themas bis in die Moderne.

Und: Wir begegnen erneut dem Panorama in Bad Frankenhausen, das wir auf unserer Reise in 2018 besucht haben und erfahren, dass der Künstler Werner Tübke 11 Jahre daran gearbeitet hat. Wer sich noch näher mit dem Panorama beschäftigen will, der findet in der Mediathek der ARD noch bis 10.05.2026 den Film: Bauernkriegspanorama Bad Frankenhausen – Das Jahrhundertwerk des Werner Tübke. Er erhält von Fotografix das Prädikat "sehenswert".

Außerdem empfehlenswert in Würzburg: Das Essen.






2025-08-02

Love & hate

Mit einem so betitelten Kunstwerk begrüßt das militärhistorische Museum Dresden die Besucher.

Im flächenmäßig größten Geschichtsmuseum Deutschlands kann man sich durch die (kriegerische) Geschichte der letzten 700 Jahre arbeiten.

Von der ältesten Kanone, die Geschichte von Belagerungen und Machtdemonstration im Namen eines Gottes erzählt

bis hin zu aktuellen Konflikten, in denen sich die Kriegsparteien mit gleichen Geschützen gegenüberstehen.

Wir folgen einer äußerst spannenden Führung, die u.a. die Arbeit des fallschirmspringenden Minensuchhundes in Afghanistan erläutert.

Und auch Beispiele dafür bringt, wie Militärjargon die Alltagssprache beeinflusst.

Der Museumsbau nach dem Entwurf von Daniel Liebeskind greift die Bombardierung Dresdens 1945 architektonisch auf.




Ein Besuch in diesem Museum lohnt sich unbedingt.

2025-08-01

Deutschlands höchstgelegene Stadt...

 ...ist mit 914 m ü. NN laut Wikipedia Kurort Oberwiesenthal. Der Ort ist mit 1929 Einwohnern (Stand: 31.12.2024) zwar nicht besonders groß für eine Stadt, sie wurde aber bereits am 25. Juli 1588 zur Stadt erhoben. Wir möchten uns die Stadt aus der Nähe ansehen und starten von Chemnitz aus am Omnibusbahnhof der Stadt. Auch dieser Ort hat Geschichte.

Nach zweijähriger Bauzeit wurde am 7. Januar 1968 im damaligen Karl-Marx-Stadt der zu jener Zeit modernste Omnibusbahnhof der DDR eröffnet. Seinerzeit galt der Omnibusbahnhof, dessen etwa 1230 Quadratmeter große Wartehallenüberdachung und 2275 Quadratmeter messende Bahnsteigüberdachung heute unter Denkmalschutz steht, sogar als modernste Anlage Europas. Die heute noch existierende Wartehallenüberdachung ist im obigen Bild zu sehen. Die Bahnsteigüberdachung wurde inzwischen erneuert. Auch der Bus ist neu und bringt uns bis Anaberg-Buchholz.


Am dortigen Omnibusbahnhof wechseln wir die Pferde Busse.


Nach fast zwei Stunden Reisezeit erreichen wir den Bahnhof Cranzahl, an dem wir nun endlich in den historischen Zug einsteigen können.


Nach einer sehr beschaulichen weiteren Stunde haben wir die letzten 17,35 km mit der Schmalspurbahn zurück gelegt und sind in Oberwiesenthal. Da ja heute der Tag der Superlative ist, machen wir als nächstes gleich eine Fahrt mit der Fichtelberg-Schwebebahn. Die ist nämlich die älteste Luftseilbahn in Deutschland und führt von Oberwiesenthal auf den Fichtelberg. Dabei werden auf einer Länge von 1175 Metern eine Höhe von 303 Metern überwunden. Gebaut wurde die Seilbahn bis Ende 1924, inzwischen aber auch schon mehrfach modernisiert.



Auf dem höchsten Berg Ostdeutschlands angekommen (dem Fichtelberg mit 1214,88 m ü. NN) ist es inzwischen auch 11:30 und wir gönnen uns ein frühes Mittagessen, da wir das Hotel ja auch schon um 07:15 verlassen haben. Wir speisen im Fichtelberghaus, welches ebenfalls eine Geschichte seit 1899 vorweisen kann.


Anschließend fahren wir wieder in's Tal hinab, shoppen den obligatorischen Kühlschrank-Magneten und machen uns mit der Dampfeisenbahn wieder auf den Heimweg.


Auf dem Weg nach Chemnitz nehmen wir aber diesmal die Regionalbahn. Damit können wir auf unserer Karte auch eine neue Strecke eintragen und es geht auch ein bisschen schneller, als mit den Bussen.