2015-02-16

Earthquake City

Oder auch "auferstanden aus Ruinen". Christchurch wurde 2010 und 2011 von zwei verheerenden Erdbeben erschüttert. Nach dem 2. Beben waren 70% der Gebäude in der historischen Innenstadt zerstört. Dieses Beben verursachte die stärksten Erdbewegungen, die jemals gemessen wurden.

Unser erster Eindruck, als wir gestern Abend durch die "City" schlenderten, war entsprechend verwirrend.


Die meisten Flächen sind leer, einige wenige historische Gebäude in Ruinen, eingezäunt und abgestützt, und zwischendrin neugebaute oder sanierte Häuser und Kunstinstallationen. Ein wenig erinnert es an Post-apokalyptische Kinofilme.


Heute starten wir den Tag in einem der wenigen erhaltenen Häuser im Umkreis: Ein Café mit Steampunk-Inneneinrichtung, wo Burger in einer Rohrpostanlage serviert werden. 


Um einen Überblick zu gewinnen, fahren wir mit der kürzlich wiedereröffneten Gondelbahn auf den Mt. Cavendish, der Christchurch von seiner eigentliche Hafenstadt Lyttleton trennt. Von hier starteten die ersten Antarktisexpeditionen. Das Museum auf dem Berg erläutert die vulkanische Entstehungsgeschichte der Stadt, und gibt Einblicke in die Besiedelung durch die Maori und die Engländer.


Danach spazieren wir durch den im Wiederaufbau befindlichen Teil der City, die inzwischen wieder zugänglich ist. Nur einzelne Straßenzüge sind noch abgesperrt. 


Wir sind fasziniert von den Interimslösungen: Eine komplette Shoppingmall in Containern. 


Großflächige Wandgemälde als Teil eines Wettbewerbs. 


Das temporäre Open-Air-Kino, das durch die Fahrräder der Besucher angetrieben wurde, sehen wir nur noch auf Bildern.

Im neuen "historischen" Museum (Quake City) - speziell den Erdbeben gewidmet - werden die Hintergründe erläutert. 



Die neue Statplanung ist bereits weit fortgeschritten. Nur wenige historische Gebäude können wiederaufgebaut werden. Hierfür wird die Fassade auf ein erdbebensicheres Stahlgerüst aufgebracht. Der Rest der öffentlichen Gebäude und Plätze wird nach den Plänen eines internationalen Architektenteams komplett neu gestaltet. Kein neues Gebäude darf höher als sieben Stockwerke werden und erdbebensichere Standards sind ebenfalls vorgeschrieben.




2015-02-15

Unterwegs

Heute war wieder mal ein Flugtag. Es ging mit Emirates von Sydney nach Christchurch. Abgesehen von +40 beim Start war der Flug eher ereignislos. 



Auf dem Weg vom Flughafen in's Hotel hat sich dann auch geklärt, warum es so schwierig war, für unsere zwei Übernachtungen hier in Christchurch ein Hotel zu bekommen. Ausgerechnet heute war hier in der Stadt ein Match des ICC-Cricket World Cup 2015. Irgendwo müssen die 19.500 Zuschauer ja auch unterkommen. Und das ist nicht so einfach, da viele der Hotels im Erdbeben von 2011 in Mitleidenschaft gezogen wurden und die volle Bettenkapazität noch nicht wiederhergestellt ist.

So residieren wir auch in einem Hotel, welches vor zwei Wochen erst (wieder) eröffnet hat.

2015-02-14

See ya, Australien

Die Koffer sind mal wieder gepackt. Nach 5 1/2 Wochen (wo ist eigentlich die Zeit geblieben?) ist Halbzeit und wir fliegen morgen nach Neuseeland.

In den letzten Tagen hier haben wir 
  • das Opernhaus aus allen Perspektiven abgelichtet 
  • Souvenirs geshoppt
  • eine Festplatte geshoppt (Fotografix kann sich einfach nicht zurückhalten...)
  • uns am Strand der Brandung entgegen geworfen
  • Schiffe am Hafen geschaut
  • die Vorbereitungen zur chinesischen Neujahrsfeier verfolgt



Jetzt sind wir gespannt auf die Abenteuer in Neuseeland im Camper.

2015-02-12

City und Wildlife

Für heute steht ein Tagesausflug nach Manly auf dem Programm, einem Stadtteil im Norden Sydneys. Neben dem bekannten Strand, an dem diese Woche Surfmeisterschaften stattfinden, gibt es auf dieser Halbinsel den Sydney Harbour Nationalpark. Der "North Head" Aussichtspunkt ist unser Ziel und der Rundweg beträgt 14 Kilometer. Wir starten mit der Fähre durch den Hafen und haben eine schöne Sicht auf die gesamte Bucht. 




Diese Fähren sind Teil des ÖPNV, denn die Stadt verteilt sich auf unzählige (Halb-)Inseln. So kommen uns beim Einstieg ausschließlich Büromenschen entgegen, die täglich zur Arbeit in die City pendeln.

Da es auch heute wieder 28 Grad werden sollen sind wir früh gestartet - zu früh für die Surfer, nur einige Schwimmer sind schon im Wasser.


Der Weg zieht sich zunächst die Bucht entlang, und noch kommen uns die morgendlichen Jogger und Gassigeher entgegen. Diese werden immer weniger, sobald wir in den Wanderweg einsteigen. Ziemlich bald sind wir mal wieder die Einzigen in der "Wildnis". Der Weg bietet viele nette Aussichten auf die Küste.



Zusätzlich entdecken wir lustige Pflanzen, wie das australische Edelweiß, und zum ersten Mal jetzt auch beeindruckende Spinnen.


Ihre großflächigen Netze spinnen sie über die Wege - weil hier anscheinend selten jemand vorbeikommt - und sie haben mit den Beinen zusammen den Umfang eines Handtellers. Sie sind für den Menschen aber nicht gefährlich (das haben wir gegoogelt, als wir wieder im Appartement waren).


Interessanter Weise war ein Teil des Areals bis 1998 millitärisches Gebiet. Im zweiten Weltkrieg waren hier Abwehrgeschütze stationiert, später dann eine Artillerieschule. Die Natur hat das weitläufige Gelände inzwischen zurückerobert. Wir entdecken einen Sumpf mit Libellen und Salamandern und laufen durch Buschwälder, die sich nach Waldbränden wieder ausbreiten.


Vom Aussichtspunkt ganz an der Spitze der Halbinsel haben wir einen beeindruckenden Blick auf die Bucht, durch welche die ersten Segelschiffe im 18. Jahrhundert kamen. Heute breitet sich hier die Sykline am Horizont aus.



Wir machen uns auf den Rückweg und entdecken noch einige kleine Sandbuchten zwischen den Klippen. Mit der Fähre geht es wieder zurück und jetzt am späteren Nachmittag kreuzen unzählige Segelboote um uns herum durch die Bucht.


Faszinierend war heute, dass der Nationalpark in nur 30 Minuten mit der Fähre zu erreichen war. Trotzdem war außer uns kaum jemand auf den relativ neu angelegten Wanderwegen unterwegs. Der Noth Head ist also definitiv ein guter Tipp für einen Tagesausflug aus der Stadt in die Natur.

2015-02-11

Multikulti City

Wir erfreuen uns weiterhin an den Möglichkeiten, welche die große Stadt bietet. Das Museum für zeitgenössische Kunst hat nicht nur eine interessante und originelle Sammlung aktueller Australischer Künstler, sondern zeigt gerade auch einen umfassenden Einblick in die Werke von Chuck Close. Wir erwischen die öffentliche Führung und sind faziniert von uns bisher unbekannten Druck- und Fototechniken.



Mittags mischen wir uns unter die vielen schicken Büromenschen im Foodcourt - ebenfalls ein spannendes Schauspiel. Auch in der Fußgängerzone ist viel los: Hinter alten Hausfassaden verstecken sich glitzerende Einkaufspassagen. Ganz im Kontrast zu den alten Arcaden wie bspw. dem Queen Victoria Market.


Neben unzähligen Geschäften, teilweise ohne Preisschilder an ihren Einzelstücken, finden wir dort auch eine deutsche Bäckerei. Zum ersten Mal in Australien sehen wir Laugenbrezeln und nehmen gleich welche für das Frühstück mit.


Vom Sydney Tower in fast 300 Meter Höhe haben wir einen super Blick über die Hochhäuser und die vielen Inseln und Buchten in und um Sydney. Neben uns ein altes Ehepaar in fast folkloristischer Kleidung aus Tibet (?), drumherum Chinesen mit verspiegelten Sonnenbrillen und mittendrin wir. Von hier oben suchen wir uns die Ausflugsziele für den Rest der Woche aus.



Für das Abendessen hatten wir schon gestern einen kleinen Italiener am Hafen im Blick, der ziemlich schlicht aussieht, aber unzählige Autogramme von Stars an den Wänden aufgehängt hat. Unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht, das Essen ist super lecker.

Morgen geht es dann mal auf die Fähre und an den Strand...

2015-02-10

Walking the city

Heute stehen zwei weitere Stadtviertel auf dem Programm: Der "Darling Harbour" und der "Royal Botanical Garden".

Darling Harbour ist ein Teil des ehemaligen Frachthafens nahe der City, der ab den 1960er Jahren nicht mehr genutzt wurde. Seit Ende der 1980er Jahre findet man hier viele Restaurants, das Marinemuseum und SeaLife sowie eine Promenade mit vielen Ausflugsschiffen. Bis 2013 fuhr auch noch die Monorail, die leider inzwischen abgebaut wurde.




Der Radweg führt uns zurück zu the Rocks, wo wir die Räder zurückgeben und zu Fuß durch die Hochhausschluchten schlendern. Dabei entdecken wir neben Malls mit spannenden Foodcourts ein Gebäude, das letztes Jahr beim Hochhauswettbewerb im Architekturmuseum in Frankfurt besprochen wurde.


Der botanische Garten wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt und ist der größte seiner Art in Australien. Mit der Skyline im Hintergrund erinnert er sehr an den Grüneburgpark.



Lustiger Weise finden sich hier viele subtropische und tropische Pflanzen einzeln präsentiert, teilweise mit einem Zaun drumherum, die wir im Regenwald in ihrer natürlichen Umgebung gesehen haben.


Wir entdecken Pflanzen, die wir auch in Adelaide gesehen haben, bspw. die riesigen Lotusblüten.

Statt Flughunden kreisen Kakadus über uns. Regenbogenfarbene Papageien haben wir schon gestern gesehen. Im Café beobachten wir clevere Spatzen, die die automatisch schließende Eingangstür geschickt dazu nutzen um an ihr Mittagessen zu kommen: Sie warten einfach, bis jemand rein- oder rausgeht und fliegen dann mit durch.


Von der Nordspitze des Gartens hat man einen perfekten Blick auf das Opernhaus, die Brücke und natürlich die Skyline.


Genau hier ist ein ziemlich beeindruckendes Open Air Kino aufgebaut, bei dem die Aussicht wohl sicherlich vom Film ablenkt. Es sei denn, man wohnt hier und kennt das alles schon ;-)

Auf dem Rückweg sehen wir diverse Skulpturen im Park und natürlich das Opernhaus aus allen Blickrichtungen. Dies scheint auch die bevorzugte Joggingstrecke in der Mittagspause zu sein, so wie bei uns der Main.


Nach insgesamt 14 Kilometer Strecke (6 per Rad und 8 zu Fuß) stehen wir dann wieder am Fährhafen, direkt am Opernhaus, das wir jetzt auch schon von allen Seiten fotografiert haben. 

2015-02-09

Sydney

Unsere letzte Station in Australien ist Sydney. Die große Stadt an der südlichen Ostküste in New South Wales. Hier gibt es natürlich das Opernhaus und die Hafenbrücke zu sehen, aber auch noch vieles mehr.


Nach Hitze (Outback) und schwüler Hitze (Rgenwald) haben wir hier zwar immer noch viel Sonne, aber es ist wesentlich angenehmer. Außerdem bieten die vielen Hochhäuser in der City immer ein schattiges Plätzchen. Und man fühlt sich zugegebener Maßen wie zu Hause im Appartement mitten in der Stadt.



Um einen ersten Überblick zu gewinnen, mieten wir uns Räder im alten Hafenviertel. Die ehemalige Speicherstadt beherbergt inzwischen Cafés, Ateliers und Lofts. Hier parkt man seine Yacht dann direkt vor der Wohnung.


Die Entfernungen sind ordentlich, und außerdem ist die Stadt ein wenig hügelig. Die Räder sind glücklicher Weise neu, daher fliegt uns die Kette nur einmal an einem besonders steilen Stück raus.

 Wir überqueren die berühmte Brücke und haben einen wunderbaren Blick auf die Skyline. Im Hafen liegt heute dekorativ auch noch ein ziemlich großes Kreuzfahrtschiff.


Davor kreuzen die Fähren zu den verschiedenen Stränden von Sydney, die auch noch auf unserer Liste stehen.
Noch einen Blick auf das Opernhaus bei Sonnenuntergang:


Danach lassen wir den Abend bei einem Gläschen Wein ausklingen - man gönnt sich ja sonst nichts und außerdem mussten wir auf einen Geburtstag in Deutschland anstoßen ;-)